Montag, 19. Dezember 2011

Motor City und Jazz

Größer kann der Kontrast eigentlich gar nicht sein. Zwischen der mächtigen Konzernzentrale des GM Automobilkonzerns und den Ruinen von Detroit liegen nur wenige hundert Meter. Sinnbildlich für diese Stadt, ja vielleicht auch für dieses Land in dem eine große Lücke zwischen Arm und Reich klafft, steht Detroit - die große Automobilindustrie und der kleine Arbeiter.
Dieses Wochenende hat mich in die USA verschlagen. Mit Roland bin ich einen alten Schulkameraden in Lensington, der Hauptstadt von Michigan, gefahren. 4 Stunden im Mietwagen durch Kanada und die USA. Bevor es aber am Sonntag in die öfters schon zur gefährlichsten Stadt der USA gekrönten Großstadt Detroit ging, gab es Kultur vom feinsten. Professoren der MSU-University haben klassische Weihnachstlieder im jazzigen Mantel zum besten gegeben. Ein wahres Erlebnis und die richtige Einstimmung auf Weihnachten. Glück hatten wir sogar, dass wir unsere Karten erst sehr spät an der Abendkasse geholt haben - so gab es Karten in der ersten Reihe. Besonders beeindruckt hat mich Gastdozent Marion Cowings, der die Musik wirklich gelebt hat und durch seine Ausstrahlung, die Körperhaltung und seine Mimik das Publikum mitgerissen hat. Wirklich ein erlebnisreicher Abend.
Nach einer Nacht im kalten Motel Super 8 und einer Dusche die 2 Minuten zum warm werden gebraucht hat, ging es Richtung Detroit. Erst ins Henry Ford Museum und danach dann noch zu GM. An dieser Stelle einen lieben Gruß an meine Kommilitonen bei Ford - das Museum lohnt sich, also kommt mal beruflich hier hin. 
Auf dem Rückweg ging es noch an der berühmten "8 Mile" vorbei und dann auch schon wieder nach Hause. Ein Werbung von GM beschreibt vielleicht ganz gut die Stimmung dieser Stadt und für welche Werte sie steht, was sie ausmacht und welche Eindrücke sie transportiert...klickt euch mal hier rein.


Zusätzlich habe ich auch noch ein paar Bilder hochgeladen.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Was mir Angst macht...

Der Weg zur Arbeit führt mich aus dem College heraus zu Bushaltestelle und von da bis fast zum Arbeitsplatz. Fast zum Arbeitsplatz...Nachdem ich um 8:10 Uhr den Bus verlassen habe, muss ich noch so ungefähr 5-8 Min durch ein Industriegebiet laufen. Was mir da wirklich Angst macht, ist auf dem Bild zu sehen. Schaut es euch an und überlegt mal...

"Limited Service" bei -20°C und hohem Schnee? Am Ende dieser Straße liegt meine Arbeitsstelle. Es sind ungefähr noch 200m zu laufen. Mit Klappspaten und Langlaufskiern werde ich diese Strecke im Winter wohl meistern müssen...Ah das macht mir Angst!

Naja zum Glück nicht wirklich. Ich sehe hier alles als gewonnene Erfahrung. Ob es gute oder schlechte Erfahrungen sind wird sich eh erst herausstellen, nachdem man sie gemacht hat. Deswegen gehe ich neue Aufgaben gelassen an und hoffe, dass sie mich im Leben weiter bringen. Ob gut oder schlecht, wer weiß wofür sie gut sind...

Sonntag, 4. Dezember 2011

Christkindl Market


Nicht nur in Deutschland werden die Weihnachtsmärkte eröffnet, nein auch Kitchner/Waterloo hat da was zu bieten. Am Donnerstag war Eröffnung und eine Sache, die ich euch zuerst fragen muss: Sind das die Glocken vom Kölner Dom die man da hört?


Auf jeden Fall kamen alleine schon bei dem Klang Heimatgefühle auf. Hätte ich die Augen geschlossen, wäre der Dom im Kopf nicht weit gewesen. 
Generell erinnerte vieles bei dem Markt an Deutschland. Alleine schon der Name: Christkindl Market. Es gibt in Kitchner eine große deutsche Gemeinde. Viele hat es nach dem Krieg aus Preußen hier hin verschlagen. Mittlerweile schon im gehobenen Alter, trifft man sich trotzdem auf eben solchen deutschen Festen, mit denen man ein wenig mit der Heimat verbunden bleibt. Man hat sich sein eigenes kleines Deutschland in Kanada aufgebaut. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich an diesem Abend viele Gespräche in Deutsch verfolgen konnte. Selbst die "german sausage" konnte ich in meiner Muttersprache bestellen. Es gab Stollen und Volksmusik zu kaufen. "Ihr Kinderlein kommet" und "Oh, Tannenbaum" wurde von einer Blaskapelle gespielt. Davor eine Eisfläche, auf der die Kinder Schlittschuh laufen konnten. Welcome to little germany!
Einen schönen zweiten Advent euch!

Samstag, 26. November 2011

Huch was ist das?

Gestern Abend war ich bei einem Hockeyspiel der Kitchner Rangers. Als ich ins Stadion kam staunte ich nicht schlecht, huch was ist das? Seht selbst:


Na Lied erkannt?

Freitag, 25. November 2011

FC-Spiel

Heute sollte ich einem Kollegen das Wort Schelle übersetzen bzw. erklären. Irgendwie habe ich dann mal etwas im Internet gesucht und folgendes gefunden:

"Schelle" stammt offensichtlich aus dem Tirolerraum:

Watschn (Österreich/Bayern); Detschn, Fotzn, Tachtel (Österreich); Lage (Ostfriesland); Backpfeife; Backfotzn; Oahrklatsch (Mölmsch Platt); Maulschelle, Ohrschelle, Schelle, Backenstreich; Tåsche (Tirol); Fauze (Teile Sachsens – weitgehend veraltet); Chlapf, Tätsch (Schweiz)

Sehr amüsant...und es passt zu diesen Tag, zu diesem FC-Spiel.

Mittwoch, 23. November 2011

How are you?

Es ist schon etwas komisch, man kommt nach Kanada und direkt wird man an den Kassen und anderen öffentlichen Plätzen mit "Hello, how are you?" begrüßt. Für die Kanadier sicher nur eine von vielen Willkommen Floskeln, auf die es gar keine Antwort braucht, für mich als Deutscher erst einmal ungewohnt. Natürlich antworte ich, wenn ich gefragt werde: I'm fine, thanks ;) 
Macht man sich genauer Gedanken darüber, so zeigt die Frage zu Beginn eines Gesprächs auch immer eine gewisse Offenheit - man ist, rein formell, an dem Wohlsein des Gegenübers interessiert und man hat ein erstes Gesprächsthema. Zweiteres erleichtert es einem hier mit Menschen ins Gespräch zu kommen, wenn man den will. Ansonsten bleibt die Frage ein rein oberflächliche Angelegenheit. Eben ein "I'm fine thanks".
Interessant finde ich den Gedanken, das Ganze mal in Deutschland auszuprobieren. Wie reagiert der Verkäufer an der LIDL-Kasse auf ein "Hallo, wie geht's?". Was sagt der Professor, wenn ich ihn bei einem Besuch erst Mal nach seinem Wohlbefinden frage? Meistens wird man wohl ein "mir geht's gut" als Antwort hören, manchmal aber auch ein bisschen mehr und dann können sich ganz interessante Gespräche entwickeln... Euch in den nächsten Tagen viel Spaß beim ausprobieren!

Sonntag, 20. November 2011

Karneval

Bin gerade bei der santa claus parade in toronto. Ja ist denn heut schon karneval?

Freitag, 18. November 2011

Von nix, kütt nix...Effizienz

Auf der Arbeit beschäftige ich mich gerade etwas intensiver mit Effizienz von Produkten und deren Berechnung. Effizienz, ein Wort das man sehr häufig hört und doch eigentlich gar nicht so genau, oder doch manchmal sehr genau definiert ist. 
Was ist überhaupt Effizienz?
Ich will mal mit einem Beispiel anfangen: Wir haben 10 kg Äpfel und wollen daraus Apfelmus machen. Nachdem wir Stunden in der Küche gearbeitet haben, sind vor uns 8 kg Apfelmus. Kerne und Schalen mussten wir wegschmeißen. Für die Effizienz heißt das: 10 kg haben wir gekauft (Input) und 8 kg haben wir bekommen (Output) - macht eine Effizienz von 80%.
Mathematisch bildet das Verhältnis von Input zu Output die Effizienz. Leider ist das Ganze manchmal etwas komplizierter  und nicht so simpel wie in der Küche. So gibt es z.B. Heizungsanlagen, die ein Effizienz von 105% haben können - heißt 10 kg Äpfel = 10,5 kg Apfelmus?!?
Grundlage für Effizienzrechnungen bilden Normen und Standards. Hier ist genau festgelegt, was als Input und was als Output definiert ist. Diese Standards sind nicht überall gleich, manche legen fest, dass die Äpfel vor dem Schälen gewogen werden, andere danach. Wieder andere berechnen noch die Menge an Energie, die ich zum Schälen verbraucht habe mit ein, andere wollen den Zucker noch mit kalkuliert haben. 
Um nochmal zu der Heizungsanlage mit 105% zu kommen, so ist es hier im übertragenen Sinne so, dass der Standard vorschreibt, dass die Äpfel ohne Schale gewogen und danach gekocht werden. Wenn man jetzt aber nichts wegschmeißen will, dann kocht man die Schalen aber mit und bekommt am Ende mehr Apfelmus raus. Die Rechnung für die Effizienz geht als Input aber nur von den geschälten Schalen aus, auf der Output Seite liegen die Schalen aber dabei. Rein rechnerisch habe ich so also mehr rausbekommen, als ich reingesteckt habe. Da das aber nicht möglich ist müssen die 105% wo anders herkommen - hier einfach rechnerisch. Von nix, kütt auch eben nix!

Donnerstag, 17. November 2011

Schnee!

Wir schreiben den 17.11.2011... heute ist der erste Schnee gefallen. Viel ist nicht liegen geblieben. Ich habe mich gefreut, die Kollegen nicht. Warum nur?


Dienstag, 15. November 2011

New York...

Bevor ihr diesen Beitrag lest, macht bitte die Lautsprecher an und spielt das folgende Lied ab. Selbst im Text steckt so viel Wahres. Ein Klasse Song, der viel Stimmung dieser Stadt transportiert:


So nun ist es vorbei, mein Wochenende in New York! WOW! Was soll ich sagen - eine gigantische Stadt - bombastisch, beindruckend, umwerfend - genau wie der Big Band Sound, den ihr gerade hören solltet.
Wie hat es angefangen? Los ging es mit Christian und Roland aus dem College am Freitagmorgen um 5 Uhr. Wir mussten nach Toronto - Startschuss. Die Studentenfahrt von ISX zum Big Apple!
Nach langer Busfahrt, viel Stau - endlich, das Ziel unserer Reise ist nicht mehr weit. Nach kurzem Einchecken direkt in das Herz der Stadt, von der man singt, dass sie niemals schläft. Tausende von Lichtern, unzählige Leinwände und Bildschirme - der Times square - eine echte Reizüberflutung.
Am nächsten Morgen wurde sich das Spektakel von oben angeguckt - 259m, 70 Stockwerke über den Straßen. Eine wunderbare Sicht, strahlend blauer Himmel, tausende Hochhäuser fast soweit das Auge reicht. Anschließend auf zum UN-Gebäude - 15min Aufenthalt - Chagalls Peace-Fenster und eine verknotete Pistole. Wer zu spät am Bus ist muss singen: "It's up to you New York, New York"...oder besser "Brasil, lalalala". Es folgt der Gang in die Stadt über die Brooklyn Bridge, sowie eine Bootstour zur "Statue of Liberty" oder offizieller "Liberty Enlightening the World". Die Skyline von New York liegt bzw. baut sich vor uns auf. Überall Fotoapparate, an der Westseite wird gedrängelt - hier ist die Sicht am besten. Vom Boot geht es gemütlich über die Wallstreet zum Ground Zero. Man hält einen kurzen Moment inne, hat so viele Bilder von vor 10 Jahren im Kopf und kann in diesem Moment aber keine Verbindung herstellen - erst im kleinen Shop/Museum kann ich mit Hilfe von Büchern und Dokumenten die Geschehnisse verknüpfen. Nachdenkliche Minuten. Außerhalb ist der ganze Bereich eine große Baustelle, hier entsteht das demnächst höchste Gebäude New Yorks, das World Trade Center 1. Mittlerweile wird es dunkel, wir treffen uns wieder am Bus und fahren ein zweites Mal zum Times Square. Fündig werden wir bei der Suche nach einem Club mit Livemusik um diese Zeit noch nicht - trotzdem wird noch was gegessen, danach geht es ins Hotel. Wir sind müde und voller Erfahrungen die verarbeitet werden wollen. Licht aus!
Der zweite Tag beginnt mit einem Ohrwurm von den Beatles. Auch die Spuren einer der erfolgreichsten Bands führen in diese Stadt. Jeder der etwas von sich hält, hat hier irgendwo einen Meilenstein hinterlassen. Am Central Park trifft man das John Lennon Denkmal vor seinem Wohnhaus. Im Kopf die "Long and winding road" und "Imagine" - der Park lädt zum Träumen und Verweilen ein. Drei Stunden Freizeit: Shopping auf der 5th Avenue, schlendern durch den Park - eine tolle Kombination. Spätes Mittagessen bei Spidermans Pizzabude. Auf in die Chinatown und nach little Italy. Wieder Shopping, diesmal erfolgreicher. Es wird langsam dunkel! Schlechte Falafel zum Abendessen, dann wieder ins Hotel. Kurz Ausruhen, Füße hochlegen denn es wird legen...wartet gleich habe ich es...där. Am letzten Abend gab es die Möglichkeit mit der Limousine durch New York zu fahren. Eine sehr feine Sache, die sich unser Reiseführer da überlegt hat. Im Schnelldurchgang das ganze Programm nochmal abfahren. Aussteigen Fotos machen, die Aussicht genießen, die Luft der Megastadt einatmen. Gegen halb drei ist endgültig Schluss, ein letztes Mal von dieser Stadt träumen...Heimfahrt.

Schnell habe ich euch das Programm der Fahrt aufgeschrieben und so schnell wie sich der Text auch liest, so schnell war das Wochenende auch vorbei. Ich habe diese Stadt genossen, neue Eindrücke und Impressionen für mein Leben gesammelt. Wir hatten eine tolle Reisegruppe, ich durfte einige sehr nette Menschen kennenlernen und die Zeit ging natürlich viel zu schnell vorbei. Zwei Tage New York sind zu knapp, aber ich komme ganz sicher wieder - dann für mindestens eine Woche oder länger. In dieser Stadt gibt es einfach zu viele Ecken, die entdeckt und verstanden werden wollen. Dafür braucht es Zeit, aber für die ersten Eindrücke war diese Fahrt einfach genial. Das Leben unterwegs ist eben spannend und abwechslungsreich. 
Jetzt geht aber mein Alltag wieder los. Die Arbeit ruft, auch das eine Erkenntnis die ich am Wochenende gewonnen habe: Ich arbeite um zu leben, nicht umgekehrt! New York war leben, die Stadt ist voller Bewegung und schläft einfach nie...

Donnerstag, 10. November 2011

Wow - Wörst [vʊʁst]

Heute war wieder Farmersmarket. Habe ich zu viel versprochen? 
Es gab sie also wirklich, die echte Zwiebelmettwurst. Geschmeckt hat sie nicht ganz wie in Deutschland, aber es war ok. Ich möchte mich nicht beschweren...

An diesem Wochenende steht nun Großes an. Ich werde für vier Tage nach New York reisen. Morgen geht es um 5 Uhr in der Früh nach Toronto und von da mit dem Bus nach Big Apple. Ich freue mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Ich hoffe, ich werde nicht enttäuscht. Auf jeden Fall werde ich nachher viel zu berichten haben und vielleicht schaffe ich es ja auch schon hier ein paar Bilder hochzuladen. New York ich komme...!

Ich wünsche euch allen Morgen einen schönen 11.11.11 und lasst es um 11:11 Uhr ordentlich krachen. Wo mir gerade die Frage aufkommt, ab wann darf ich Karneval feiern? Welche Zeit gilt? Meine oder die MEZ-Karneval? Leider werde ich, egal zu welcher Zeit im Bus sitzen und den RadioKöln livestream nicht verfolgen können. Als ich in Israel war, konnte man mich sogar im Radio hören, daraus wird morgen leider nichts...Trotzdem Alaaf!

Samstag, 5. November 2011

Leberwurst [ˈleːbɐvʊʁst]

Wer kennt sie nicht, die gute alte Leberwurst. Frisch vom Metzger, auf knackigem Brötchen mit Senf. Schon in Israel habe ich diese Form von Brotaufschnitt vermisst, und so hat auch diesmal wieder alles nach einer fünfmonatigen Leberwurst-Abstinenz ausgesehen. Naja fast, das Leben ist eben voller Überraschungen.
Jeden Donnerstag und Samstag ist im Norden von Waterloo, unweit meiner Arbeitsstelle, der in vielen Reiseführern erwähnte Farmersmarket. Hier bieten die Bauern der Gegend ihre Ware zum Verkauf an - nicht nur Essen, auch ganz Bullen und Kühe kann man so erwerben. Da in dieser Region nun auch viele deutsche Einwanderer leben, gibt es viel deutsches Handwerk - so eben auch deutsche Metzger, bzw. einen Metzger der viele deutsche Spezialitäten herstellt.
Wenn man sich nun, wie ich das leider öfters tun muss, seit 4 Wochen von Tiefkühlwaren und Fastfoodessen ernähren muss, dann ist der Biss in ein gutes Leberwurstbrötchen wie eine Geschmacks- und Sinnesexplosion auf Zunge. So oder so ähnlich letzten Donnerstagabend geschehen. Nachdem ich mir auf dem Markt Wurst und Brötchen gekauft habe, gab es Abends eine deftige Mahlzeit - das gute alte Leberwurstbrötchen mit Senf.
Mit diesem Gedanken kann der nächste Donnerstag kommen. Mal sehen welche Spezialität ich dann beim Metzger finde. Vielleicht gibt es ja sogar ein Mettbrötchen. Wünscht mir viel Glück...ich halte euch auf dem Laufenden.

Dienstag, 1. November 2011

Werbung [ˈvɛʁbʊŋ]

In den letzten Tagen haben wir häufig Baseball geguckt. Es lief das Finale der World Series. Eine meiner Lieblingswerbung gibt es heute zu sehen. Man muss einfach sagen, die Werbung hier ist besser als in Deutschland. Die Firmen lassen sich richtig was einfallen. Da schaut man gerne zu...

 

Es gab noch mehr gute Spots, leider habe ich diese aber nicht bei Youtube gefunden.


Montag, 31. Oktober 2011

Halloween


Eigentlich wollte ich den nächsten Blogeintrag über mein Wochenende in Toronto schreiben, aber nachdem ich heute das erste Mal richtig Halloween (All Hallows' Eve - Vorabend von Allerheiligen) gefeiert habe, will ich diesen Eintrag nutzen, um mich selber mit der Sache nochmal auseinader zu setzen. 

Angefangen haben die ersten Eindrücke zu diesem Fest dann aber doch in Toronto. Unser Hostel war in der Partyszene untergebracht und so sind wir schon am ersten Abend an vielen Clubs vorbei gelaufen, an denen sich lange Schlangen mit Partywilligem Volk sammelten. Es ist nicht so, dass man sich an diesem Tag gruselig oder angsteinflößend anzieht. Wer von den Leser "How I met your mother" schaut, der braucht sich nur an die Halloween Folgen zu erinnern. So ähnlich läuft das hier ab - Fast wie Karneval. Bunt, schrill, ausgefallen und bei einigen mit sehr viel Detail Verliebtheit. Zu den schrillsten und ausgefallensten Kostümen gehörten sicherlich Superman im Rollstuhl (der beinahe gegen ein Polizeiauto gelaufen wäre) und eine Achterbahn mit acht Wagons.

Der eigentliche Halloweentag hat dann wie ein ganz normaler Arbeitstag begonnen. Ich selber hatte mir auch ein Kostüm zurecht gesammelt und bin als klassischer Nerd gegangen. Ganz überzeugt war ich nicht, aber mir fehlte einfach die Karnevalskiste. Viele auf der Arbeit waren auch verkleidet und um 12 Uhr gab es im Lager ein Kürbis Wettrennen und Halloweentorte, sowie die Prämierung des besten Kostüms. Gewonnen habe ich nicht, das wäre auch zu viel des Guten gewesen, aber Spaß hatten wir trotzdem allesamt. Am Abend gab es dann für mich das Kinderhalloween zu erleben. Gemeinsam mit dem "Löwen aus Madagaskar" und "Buzz Lightyear" bin ich durch die Straßen gezogen und habe Süßigkeiten gesammelt. Ich war nicht so erfolgreich, aber die kleinen Jungs hatten die Tüten am Ende voll. Man muss sich das ganze ähnlich wie an St.Martin vorstellen. Man zieht von Haus zu Haus, klingelt und bekommt nach dem Spruch "Trick or Treat" (Süßes oder Saures) Süßigkeiten von den Hausbesitzern. Die Häuser selber sind teilweise sehr aufwendig geschmückt, man verkleidet sich und erschreckt die etwas älteren Kinder. Auch die typischen Kürbisse dürfen da nicht fehlen. Unheimlich ist es auf der Straße aber nicht. Die Kinder laufen herum und die Erwachsenen geben gerne Süßigkeiten. So war die Stimmung ein wenig wie Karneval und St.Martin zusammen. Viele Kinder, in vielen verschiedenen Kostümen, mit vielen Süßigkeiten. Ich denke, so hat jedes Land seine Bräuche und Eigenarten. Daten und Feiergründe sind andere, aber schaut man auf das Grundsätzliche, so sind die Unterschiede nicht mehr so groß. Kinder haben Spaß, auf der Arbeit trifft man sich für eine Stunde, die Menschen haben einen Grund zum Feiern und man sieht die Nachbarschaft mal wieder auf der Straße. Es schafft Gemeinsamkeiten und Identifikation - dagegen ist nichts einzuwenden, gegen die damit verbundene Kommerzialisierung aber sicher schon. Die Einkaufsläden hatten Halloweenspecials und man konnte, von der Deko bis zum Kostüm, alles im Halloweenstyle kaufen. Tradition muss eben gepflegt werden, das ist im Karneval nicht anders als hier bei Halloween.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen jetzt noch etwas verspätet ein "Happy Halloween".

Sonntag, 23. Oktober 2011

Sticky Stala!

Dave Stala, nickname: Sticky Stala, war der Spieler, der mir nach meinem ersten Besuch eines Footballspiels in Erinnerung geblieben ist. Nicht weil er besonders gut gespielt hat, nicht weil er einen Touchdown nach dem anderen gelaufen ist. Stala ist mein Held, weil neben uns ein Fan saß, der seinen Namen aus voller Kehle in den Nachthimmel geschrien hat.
Vor dem Spiel habe ich nicht viel vom Football verstanden. Nach dem Spiel weiß ich zumindest, was das Ziel ist und wie man Punkte macht. Was ein Foul ist und welche taktischen Spielzüge es gibt, werde ich mir dann mal ein anderes Mal erklären lassen. Für den Anfang habe ich die Atmosphäre vom Spielfeldrand mitgenommen und das interessante am Sport kennengelernt. Zum einen ist es etwas leiser im Stadion als beim Fussball. Fangesänge gibt es kaum und wenn nur vereinzelt, punktuell. Zum anderen ist Football ein Sport mit vielen Unterbrechungen, das Spiel läuft nicht wie beim Fussball zweimal 45 Minuten. So gibt es viele Pausen, viele Möglichkeiten um im Fernsehen und im Stadion Werbung zu machen. Eine große Videoleinwand sorgt da für die nötigen Beiträge. 
Aber einer der größten Unterschiede bestand in der lustigen und friedlichen Atmosphäre. Am Eingang gab es keine großen Kontrollen, Fangruppen wurden nicht getrennt und während des Spiels wurde sich zwar leicht beschimpft, aber aggressiv wurde es nicht - es war eher lustig. Die Leute kamen und hatten ihren Spaß. 
So passte es dann auch zum Spieltag, dass das Heimteam, die Tigercats Hamilton 42:10 gegen das Team aus B.C. gewonnen haben. Es war vom Ergebnis her sicher nicht das spannenste Spiel, aber für das erste Footballspiel hat sich der Besuch voll gelohnt! Und wenn ich irgendwo noch ein Trikot von meinem Spielhelden finde, dann muss ich mir das wohl kaufen... STALAAAAAAAA

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Niagarafälle

Ein kleines Rechenbeispiel:

H = 52m
Q = 5720m³/s = 5720000l/s  max. Wasserdurchfluss

Mit
P(W) = Q(l/s) x  H(m) x 9,81m/s²
lässt sich die Leistung berechnen, die die Niagarafälle zur Verfügung stellen.

=> P = 2.917.886.400 W = 2.917,89 MW

Dies ist also die Leistung, die in den Niagarafällen steckt. Leistung die in zwei Atomkraftwerken steckt!

Solche Zahlen sind uns jedoch oft nicht greifbar. Man weiß was ein Meter ist, jeder kann sich vorstellen, was ein Kilo wiegt, aber wenn es um große Leistungen, Druck oder Kräfte geht, dann die Sachverhalte nicht mehr so verständlich. Es fehlt eben die Vorstellungskraft! Was steckt in zwei Atomkraftwerken, was sind fast 3000 Megawatt? Viel? Wenig?
Letzten Sonntag habe ich mir mit Kollegen aus Deutschland die Niagarafälle an geguckt. Ein beeindruckendes Erlebnis Wasser auf einer Breite von 792m in die Tiefe stürzen zu sehen. Aber welche Adjektive würde ich jetzt zur Beschreibung benutzen? Was sind 3000MW wenn man direkt daneben steht, sie fast greifbar sind? Wahnsinn, Gigantisch, Powerful! Das beschreibt die Kraft und eben auch die Leistung die dahinter steckt am meisten. Dazu braucht es keine großen Zahlen und Rechnungen. Manchmal ist die Welt einfach so simpel- Wahnsinn, Gigantisch, Powerful!

Samstag, 15. Oktober 2011

Oktoberfest

"Kitchener and Waterloo Oktoberfest, Oktoberfest come be our guest"... so hört man es auf www.oktoberfest.ca, der offizielen Homepage des größten canadischen Oktoberfests. Man mag es kaum glauben, es ist sogar das zweit größte Oktoberfest der Welt!
Ich war zwar noch nie in München beim richtigen Oktoberfest gewesen, aber wenn ich doch schon einmal in Kanada bin, dann sollte man sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Leichter gesagt als getan! An Tickets zu kommen war gar nicht so einfach. Letzte Woche hatten wir es versucht, aber die großen, bekannten Zelte waren alle schon seit Monaten ausverkauft. Durch Zufall sind wir dann doch noch an Karten für eine Oktoberfest Studentenparty gekommen. Gestern Abend war es dann soweit. 

Was habe ich erwartet? Von einem großen Saufgelage bis zu einer ganz langweiligen Veranstaltung war alles dabei.

Was ist es geworden? Ein perfekter Abend mit deutscher Polkamusik, Kanadiern aus dem ganzen Land, teilweise in Trachten und mit lustigen Hütten, und der Erkenntnis, dass man als Deutscher an diesem Abend mit jedem ins Gespräch kommen konnte.

Aber erst noch ein paar Sätze zur Musik. Gespielt hat eine Band aus Waterloo. 6 Mann und deutsche Musik vom Feinsten. Rosamunde, Ein Prosit der Gemütlichkeit und der Ententanz gehörten genau so zum Repertoire wie amerikanische Klassiker von Neil Young. Es war schon irgendwie bizarr, da bin ich 6000 km von Deutschland weg und tanze an einem Freitagabend zu deutschem Schlager. Als ich den Flug gebucht habe, habe ich an vieles Gedacht, aber nicht an so was! Es wäre mir im Traum nicht eingefallen.
Nun zu den Kanadiern. Man muss fairer Weise sagen, sie haben sich mit ihren Outfits Mühe gegeben. Einige Ältere schafften es ganz gut, andere...naja. Auch Chinesen in Dirndl und Lederhose waren dabei. Man hatte sich was ausgedacht. Selbst Christian, mein Mitpraktikant, und ich wollten uns doch ein wenig was besorgen für diesen Abend. Es gibt hier extra einen Oktoberfestladen, der das ganze Jahr über geöffnet hat. Hier kann man alles kaufen, was nur näherungsweise mit Deutschland oder Bayern zu tun hat. Gerne hätten wir noch mehr geholt, aber bei den Preisen blieb uns nichts anderes übrig. Christian hat sich z.B. einen Hut gekauft, den es in Deutschland auch zu Karneval an jeder Ecke gibt (siehe Fotos). Ca. 5€ - hier bezahlt man direkt mal das 5-fache. Mehr als ein doofer Hut ist es für uns deswegen auch nicht geworden. So erklären die Preise auch sicherlich die Outfits, wer Geld hat kauft sich was echt aussehendes, der Rest nicht - wie wahrscheinlich auf den echten Wiesn.
Zum Abschluss noch ein paar Sätze zur Stimmung: Die Leute hier können ausgelassen feiern und hüpfen auch bei Lieder, die sie sonst nicht hören. Es war ein schöner Abend. Mit vielen Feiernden kam man ins Gespräch, konnte gemeinsam Tanzen und so finde ich die Offenheit gegenüber Fremden toll. Ich stelle mir nur noch die Frage, ob dies an den Kanadiern liegt oder ein meiner eigenen Einstellung. Ich werde es die nächsten Monate noch herausfinden. Sicherlich spielt beides eine Rolle.
Eins, zwei, g'suffa!

Montag, 10. Oktober 2011

Thanksgiving

Mein erstes Wochenende in Kanada überstanden und es war direkt mal das verlängerte Thanksgiving-Wochenende. Nach dem ich Samstag und Sonntag damit verbracht habe, mich in der Stadt zu orientieren, wurde am Montag Thanksgiving gefeiert. Nicht wie in den USA, nicht zur gleichen Zeit und auch nicht so groß wie in den "States".
Am Morgen ging durch Waterloo und Kitchner (die Städte sind quasi eins) die "Thanksgiving Day Parade". Es erinnerte ein wenig an Karnevalszüge durch Köln, doch gab es keine Süßigkeiten, die Wagen waren weit auseinander gezogen, was die Parade in die Länge zog und über allem schwebte ein starker Patriotismus. So wurden z.B. Personen durch die Straßen kutschiert, die besondere Leistungen für die Stadt, das Land erbracht haben: Sportler, Voluntäre des Jahres, Feuerwehlmänner. Zum Ende zog sogar eine kleine Abteilung der Canadian Forces (Armee) mit. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen und klatschten den Soldaten begeistert zu. Für mich eine ungewöhnliche Art der Bewunderung. Niemand würde in Deutschland oder vielleicht auch Europa aufstehen und klatschen, wenn die Bundeswehr vorbeizieht. Es ist eben eine etwas andere "Identifikation" mit dem Vaterland, was mich gleizeitig zum Nachdenken gebracht hat. Wer würde in Deutschland bei solch einer (ernst gemeinten - nicht Karneval) Parade mitfahren? Sportler? Jogi Löw? Mit welchen Personen identifizieren sich die Deutschen? Wann würden wir aufstehen und begeistert bzw. ehreerweisend klatschen? Eine Frage, die ich nicht so direkt beantworten konnte. (Gerne bin ich auf Vorschläge mittels Kommentaren gespannt)
Gegen Mittag bin ich dann mit Kai, Erick (Arbeitskollegen) und Ericks Sohn losgefahren und wir haben eine mir unbekannte Frucht ausgegraben. Den Namen reiche ich noch nach. Was man damit mit macht ebenso. Danach ging es dann zu Erick nach Hause und wir hatten ein wunderbares Thanksgivings-Essen mit seiner Familie. Wirklich nette und herzliche Menschen, eine tolle Familie hat er. 
Zum Abschluss gab es echte schwarzwälder Kirschtorte. Man mag es kaum glauben, aber man sagt ich sei in Kanada...

Sonntag, 9. Oktober 2011

Die ersten Eindrücke

Jetzt habe ich es doch tatsächlich geschafft. Nach acht Stunden Flug bin ich sicher in Kanada gelandet. Ein Flug der schneller vorbei ging als er es eigentlich sollte. Zu schnell war der Wechsel.
Klausuren - Packen - Abflug - Flug - Kanada. Allen konnte ich nicht Tschüss sagen und so bleibt mir vorerst nur ein "Hallo" aus Kanada zu senden. 
Was sind meine ersten Eindrücke aus dem Land, von dem es heißt der zweitgrößte Staat der Erde zu sein? 
Eins der ersten Dinge, die ich wahrgenommen habe, war eine 16- Spurige Autobahn. Auf dem Weg vom Flughafen nach Waterloo. Naja und was soll ich sagen: Es passt zu diesem Land, zu dieser amerikanischen Art. Alles ist ein bis zwei Nummern größer als in Deutschland. Angefangen bei den Autos, über die Straßen bis hin zum Essen.
An vieles werde ich mich in den nächsten Wochen noch gewöhnen müssen. Das dauert sicher seine Zeit. An andere Dinge werde ich mich wohl gar nicht gewöhnen können. 
Das erste Problem habe ich jedenfalls ganz automatisch gemeistert:
Der Jetlag ist überwunden und so freue ich mich, aus dem Bett in den nächsten Wochen den FC zu gucken ;)

Samstag, 8. Oktober 2011

Klappe die Zweite

Hallo zusammen,
mal wieder bin ich unterwegs. Nachdem ich meinen Zivildienst in Israel verbracht habe, zieht es mich nun für fünf Monate für ein Praktikum nach Kanada. Ähnlich wie in Israel will ich meine Erlebnisse und Erfahrungen auf einem Blog zusammen tragen.
Viel Spaß beim lesen,
Martin